9. Willicher Handicap Triathlon 2007
- Rückblick -

Mit 38 Teilnehmern
ganz weit vorne in Europa

„Wer den Schwimmverein Willich und uns kennt, der weiß, dass wir mit Superlativen recht vorsichtig umgehen, aber ich denke, dass wir heute mal eine Ausnahme machen“, äußerte sich Holger Falk vom reha team West kurz vor dem Start augenzwinkernd und hob schließlich um 14:15 Uhr unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer im Schwimmbad „De Bütt“ hervor, dass ein solches Feld bis dato in Europa noch nicht am Start gewesen sei. Dieser tolle Rahmen bot zugleich ideale Ergänzung zur Gesamtveranstaltung, denn auch die Klassements der Nichtbehinderten waren mit über 900 Startern so gut besetzt wie nie zuvor.

Breitensportler, junge Talente und Spezialisten nahmen die unterschiedlichen Handicap-Distanzen in Angriff. Den Siegern winkte der reha team West-Cup und der Siegerpokal des RWE. Der Energieversorger engagierte sich erstmals für diesen besonderen Wettkampf. In der Klasse der körperbehinderten Fußgänger gesellte sich mit Axel Hecker ein Athlet, der auch nach Ende seiner aktiven Karriere Akzente auf der Volksdistanz zu setzen versteht. Glatte 1:18.00 Min. nach 500 m Schwimmen, 20 km Rad und 5 km Lauf sicherten eine gute Mittelfeldplatzierung im reizvollen Vergleich mit den Nichtbehinderten.

Für ein Novum sorgten die Schüler der Neusser Förderschule am Nordpark. Als bundesweit erste Förderschule mit dem Schwerpunkt “Geistige Entwicklung”, nahm die Einrichtung an einer Triathlonveranstaltung teil. Es galt 150 m zu Schwimmen, 5 km Rad zu fahren und 2 km zu Laufen. Trainer und Pädagoge Alexander Ebert, selber aktiver Triathlet, freute sich für seine Schützlinge: „Über Projekte wie diese, versuchen wir den breitensportlichen- und integrativen Gedanken hervorzuheben und vielleicht gelingt es uns sogar, andere Institutionen zu motivieren, sich uns anzuschließen”. Seine fünf Schützlinge kamen allesamt glücklich und mit jeder Menge Spaß an dieser neuen Erfahrung ins Ziel. Fortsetzung folgt.

Als ideales Sprungbrett bot der Willicher Handicap-Triathlon bereits in der Vergangenheit manchem Talent Gelegenheit, eigene sportliche Möglichkeiten auszuloten. So schnupperte 2002 zunächst auch Handbike-Weltmeisterin Andrea Eskau Triathlon-Atmosphäre. Ganz so hoch hinaus wird es für Andrea Plückelmann vielleicht nicht gehen, allerdings unterstrich die vereinslose Endzwanzigerin aus Rees in starken 42:41 Minuten für den Rolli Tri-Level I (100 m Schwim-men, 10 km Handbike und 1,3 km Aktivrollstuhl) ihr großes Potenzial. Kevin Bons von der BSG Mönchengladbach führte ein starkes Feld von Jugendlichen über die gleiche Distanz an und siegte in 46:42 Minuten.

Nicht mehr wegzudenken ist seit 2004 die Staffel-Variante. Ein Schwimmpate übernimmt hier für den Rollstuhlsportler den Part im nassen Element. Christoffer Lohmann und Schwimmer Manuel Volaj verteidigten ihren Vorjahrestitel und ließen das 12-köpfige Team der „Oranjes“ von der BSG Volmarstein jubeln. Das die Schützlinge von Trainer Volker Dresel in 54:21 Minuten für 200 m Schwimmen, 10 km Handbike und 1,3 km Aktivrollstuhl den eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr nicht in Gefahr bringen konnten, war einem Lapsus auf der Strecke geschuldet. Lohmann wurde am eigentlichen Wendepunkt versehentlich durchgewinkt und so fiel seine Rollstuhldistanz zu lang aus. „Das ist wirklich ärgerlich“, konstatierte Holger Falk selbstkritisch, „und großes Sorry an die beiden. Zum Glück hatte dies keine Auswirkung auf die Endplatzierung“.

Einen alten Bekannten erlebte der Rolli Tri-Level II (200 m Schwimmen, 10 km Handbike und 3 km Renn- bzw. Aktiv-Rollstuhl). Bei acht von neun Veranstaltungen war Frank Lorenz am Start, jedoch so hart wie an diesem Tage, hatte der Remscheider als Spezialist noch nie zu kämpfen. Als starker Schwimmer bekannt, ging er nach rund fünf Minuten als Erster auf die Handbikestrecke, musste die anschließende Rollstuhldistanz allerdings aufgrund eines Reifenschadens am Rennrollstuhl fast komplett auf der Felge absolvieren. Mit knappem Vorsprung rettete sich der 44-Jährige mit 52:08 Minuten in Ziel. Dicht gefolgt von Daniel Petersen (IG Basket Bears in 52:33 Minuten), der sich jedoch nicht zu grämen brauchte. Traditionell wird in dieser Klasse zwischen Renn- und Aktiv-Rollstuhl getrennt und so durfte sich auch der 17-Jährige, der mit dem Rückenwind des NHC-Gesamtsieges vom Vormittag aus Langenfeld angereist war, gleichfalls über den Siegerpokal freuen.

Jeder Finisher wird in Willich geehrt und erhält im Rahmen der stimmungsvollen Siegerehrung einen Pokal. Der eigentliche Sieger bleibt jedoch stets der Sport, sowohl in Richtung Breite, als auch in Richtung Leistung. Nun geht der Blick der Veranstalter nach vorne, denn der Jubiläumswettkampf soll ein Besonderer werden. Der 10. Willicher Handicap-Triathlon startet am 7. September 2008.


Novum im Rahmen der Veranstaltung:
Fünf Schüler der Neusser Förderschule am Nordpark waren erstmals am Start.
Trainer und Pädagoge Alexander Ebert hier im Interview mit Holger Falk am Beckenrand.
Der aktive Triathlet war sichtlich stolz auf seine Jungs.

Fotos seitens
www.mb-productions.de


Geschäftiges Treiben vor dem Start
und die..


...Cracks hochkonzentriert.
Hier Sven Kaiser (BSG Mönchengladbach), während


Dominik Zielke (IG Basket Bears)
als Titelverteidiger frühzeitig realisierte:
"Das wird heute ein hartes Stück Arbeit".


Erstmals Schwimmpate und gespannt auf
die Wettkampfeindrücke: Marc Schoeller,
TSV Bayer 04 Leverkusen


Mit gewohnt starkem Auftritt im Rahmen
des Volkstriathlons: Axel Hecker (MTV Köln)


Die "Newcomer" von links und kurz vor dem
Schwimmstart: Andrea Plückelmann, Jens Mühl
und Dirk Muth um 14.15 Uhr.


Doppelstart und Doppelsieg:
Daniel Petersen (IG Basket Bears) sicherte sich am Morgen in Langenfeld den NHC-Handbike-Titel und rundete den gelungenen Tag mit dem reha team West-Cup als Sieger im Rolli Tri-Level II ab.


 

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Impressionen:


Andrea Plückelmann war nicht wirklich per "High-Tech" auf der Strecke. Umso bemerkenswerter ihre Leistung.
Rechts daneben mit Frank Lorenz ein "alter Hase" und Dauerbrenner aus Remscheid.


Kevin Bons (BSG Mönchengladbach) freut sich bereits auf das nächste Jahr. Dann startet er erstmals im
Tri-Level II und trifft unmittelbar auf Titelverteidiger Daniel Petersen. .


Sven Kaiser (BSG Mönchengladbach) im Tiefflug und Kevin Bons kurz vor der Zielankunft.


Frank Lorenz per Rennrollstuhl "auf der Felge" unterwegs und erschöpfter Sieger, während...


Jens Mühl seine Debüt-Eindrücke ins Ziel fährt und Sebastian Frauenkron (BSG Volmarstein) sich dort verwöhnen lässt.


Starke Jungs und Mädels mit engagiertem Trainer:
Der Teilnehmerrekord wäre ohne die Aktiven von der BSG Volmarstein nicht zustande gekommen.
Beste Wünsche und Dank an Volker Dresel und seine Truppe in Orange!!!


Christoffer Lohmann als eine Hälfte der siegreichen Staffel von der BSG Volmarstein. Sein Partner: Manuelo Volaj
Robin Crooenenbroeck (IG Basket Bears) machte rund um das Rennen deutlich: In der Ruhe liegt die Kraft.

Ergebnislisten

Körperbehinderte ohne Rollstuhl / Level I - 150 m / 10 km / 2 km
1. Westbrock, Hans-Jürgen - 00:00:00 / 36:34 / 9:04 / Endzeit: 00:45:38

1. Lambrich, Petra - 4:42 / 38:30 / 11:57 / Endzeit: 00:55:09

Körperbehinderte ohne Rollstuhl / Level II - 500 m / 20 km / 5 km
1. Hecker, Axel - 14:04 / 41:29 / 22:27 / Endzeit: 01:18:00

Körperbehinderte ohne Rollstuhl - Sonderwertung für Förerschulen "Geistige Entwicklung"
150 m / 5 km / 2 km

1. Kobus, Sascha - Förderschule am Nordpark - 5:29 / 16:01 / 8:03 - Endzeit: 00:29:33
2. Hausweiler, Tim - Förderschule am Nordpark - 00:00:00 / 24:18 / 09:01 - Endzeit: 00:33:19
3. Tenberken, Marco - Förderschule am Nordpark - 6:18 / 20:15 / 9:42 - Endzeit: 00:36:15
4. Kanthak, Patrick - Förderschule am Nordpark - 4:04 / 00:00:00 / 35:18 - Endzeit: 00:39:22
5. Störken, Martin - dns.


Rolli Tri Level II - 200 m / 10 km / 3 km

Rennrollstuhl
1. Lorenz, Frank
- HTV Remscheid - 5:01 / 36:36 / 10:31 - Endzeit: 00:52:08

Aktiv-Rollstuhl
1. Petersen, Daniel
- IG Basket Bears - 7:40 / 00:00 / 44:53 - Endzeit: 00:52:33
2. Kaiser, Sven - BSG Mönchengladbach - 8:44 / 00:00:00 / 45:07 - Endzeit: 00:53:51
3. Zielke, Dominik - IG Basket Bears - 9:16 / 34:56 / 14:52 - Endzeit: 00:59:04
4. Mühl, Jens - LV Lahn/Dill - 7:08 / 35:47 / 19:22 - Endzeit: 01:02:17
5. Muth, Dirk - ohne Verein - 11:11 / 43:14 / 21:13 - Endzeit: 01:15:38


Rolli Tri Level I - 100 m / 10 km / 1,3 km

1. Plückelmann, Andrea - ohne Verein - 4:11 / 00:00:00 / 38:30 - Endzeit: 42:41

1. Bons Kevin - BSG Mönchengladbach - 5:04 / 00:00:00 / 41:38 - Endzeit: 46:42
2. Barkowski Jan - IG Basket Bears - 00:00:00 / 50:36 / 9:39 - Endzeit: 1:00:15
3. Heneke Tom Merlin - BSG Volmarstein - 4:25 / 47:04 / 12:26 - Endzeit: 1:03:55
4. Frauenkron Sebastian - BSG Volmarstein - 5:07 / 50:59 / 8:46 - Endzeit: 1:04:52
5. Stahlhut Thilo - BSG Volmarstein - 7:33 / 45:37 / 12:53 - Endzeit: 1:06:03


Rolli Tri Level I / Staffeln - 100 m / 10 km / 1,3 km

1. Christoffer Lohmann und Manuel Volaj - BSG Volmarstein 4:44 / 37:11 / 12:26 - Endzeit: 54:21
2. Andreas Abts und Johannes Huth - BSG Mönchengl. 7:21 / 38:46 / 9:51 - Endzeit: 55:58
3. Christian Jost und Felix Wienands - IG Basket Bears 5:55 / 50:43 / 13:35 - Endzeit: 1:10:13
4. Ali Macow und Klaus-Peter Schramm - BSG Volmarst. 6:44 / 00:00:00 / 1:06:52 - Endzeit: 1:13:36
5. Christian Dreyer und Simon Gerstner - BSG Volmarstein 5:38 / 55:32 / 12:43 - Endzeit: 1:13:53
6. Markus Hermann und Marc Schoeller - BSG Volmarstein 5:51 / 50:20 / 23:46 - Endzeit: 1:19:57
7. Carsten Kreutz und Marion Montag - BSG Volmarstein 7:47 / 1:13:01 / 9:15 - Endzeit: 1:30:03
8. Rolf Ochmann und Hans-Gerd Bücheleres - reha team 5:41 / 59:15 / 25:49 - Endzeit: 1:30:45
9. Robin Crooenenbroeck und Rene Elspaß - IG Basket Bears - Endzeit 1:44:27